Strategiekarten Autismus als PDF zum Download
Zu viele Sinneseindrücke auf einmal können das Nervensystem überfordern. Ein Overload fühlt sich oft so an: Konzentration, Kommunikation und zielgerichtetes Handeln werden schwierig. Betroffene sind gestresst, ziehen sich zurück oder versuchen, der Situation zu entkommen.
Das kann zum Beispiel Schreien, Weinen, Wutausbrüche, Wegstoßen, sich selbst schlagen oder gegen Dinge treten sein. Das ist keine Trotzreaktion, sondern eine Reaktion auf extreme Überforderung und Verzweiflung. Dieser Zustand kann den Betroffenen physische Schmerzen verursachen und sollte daher möglichst vermieden werden.
Ein Handlungsplan für Lehrkräfte kann helfen, die Situation im Vorfeld zu beruhigen, wenn erkennbar bereits Unruhe beim Kind entstanden ist, ohne dass es zum „Meltdown“ kommt. Der Handlungsplan teilt sich in folgende Schritte, die sich als kurze Merkkarten zurechtlegen lassen:
Achte auf:
Handeln: => Reize reduzieren, Pausenoption anbieten.
Regel:
Wenige Worte – klare Botschaften
Sag kurz und klar:
„Du darfst Pause machen.“
„Geh bitte zum Ruheort.“
Vermeide:
Diskussionen
„Warum“-Fragen
mehrere Infos auf einmal
Sofortmaßnahmen:
Wenn Wut steigt:
Pausenkarte/visuelles Signal zeigen
Schüler*in ohne Kommentar gehen lassen
Ruheort sicher und vorbereitet
Timer bereitstellen
Kein körperlicher Kontakt
Kolleg*in/Assistenz einbeziehen bei Bedarf
Raum ruhig halten
Nur eingreifen, wenn Selbst- oder Fremdgefährdung besteht
Piktogramm „Pause“ zeigen
Timer sichtbar starten
Strategiekarten für das Kind bereithalten
=> z. B. „Atmen“, „Ball drücken“, „Ohren schützen“
Keine Nachfragen sofort nach der Rückkehr
Kurze, neutrale Rückmeldung:
„Schön, dass du wieder da bist.“
Ruhiges Wiedereingliedern in die Aufgabe
(2–3 Minuten, wenn das Kind stabil ist)
„Was hat dir geholfen?“ „Was brauchen wir nächstes Mal?“
Notizen für den Förderplan